GOLI OTOK
Nachwort

1994 habe ich Goli das erste mal besucht, seitdem ist sehr viel zerstört worden. Die Idee, aber auch die Möglichkeiten, die Eindrücke so festzuhalten, wie ich das hier gemacht habe, hatte ich leider viel zu spät.
So hatten Touristen und Einheimische der näheren Umgebung genug Zeit, alles, was nicht niet- und nagelfest war, zu plündern und zu verwüsten. Ganze Parkett- und Kachelböden wurden aus den Zimmern gerissen. Matratzen, Zwischenwände, Decken und Schränke wurden auf der Suche nach verborgenen Geheimnissen auseinander gerissen. Viele, die einmal da waren, haben sich durch Schmierereien an den Wänden verewigt. Bauern nutzen die Insel als Weide für ihre Schafe, die ebenfalls ihren Teil zur Zerstörung der Insel beitragen. Alles genau, wie auf der in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Insel Grgur, die das weibliche Gegenstück von Goli war. Grgur war ein Frauengefängnis, wurde aber schon in den späten 70ern verlassen. Dort sind eigentlich nur noch ein paar Mauerreste zu finden, obwohl es damals sehr viel zu sehen gab. Goli droht das gleiche Schicksal und ich bin froh, beide Inseln rechtzeitig besucht zu haben.

(C) Achim K. 2009


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